Die Mistel... die Pflanze der Druiden
 

   

 

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Hängen Sie im Januar einen Ast Mistel über Ihre Tür ? Wenn ja, dann tun Sie sehr gut . . .

Seit tausenden von Jahren, soweit wir zurück in die Europäische Urgeschickte zurückgehen können, finden wir, dass die Mistel eine mysteriöse, magische und heilige Pflanze in allen Zentral- und Nordeuropäische Kulturen war. Obwohl eigentlich die meisten Europäischen Kulturen der Mistel mystische  Eigenschaften zuweisten, inbegriffen Mittelmeer-Kulturen wie Griechenland, war ihr Erfolg am grössten in Zentral- und Nordeuropa, insbesonders in den Keltischen Gebieten.

Nun, das Gebiet der Kelten in Europa war eigentlich . . .der ganze Kontinent bis zur Zeit der militärischen und ökonomischen Expansion des Römischen Reiches.

Auf dieser Karte sehen wir in dunklerem Grün das Gebiet, wo die Keltische Kultur um zirka -1000 vor Ch.  entstand. Wir sehen, dass die Westschweiz dazugehört und wir wissen, dass die sogenannte La Tène  Periode die höchste Kulturentwicklungszeit der Kelten war. Um zirka -500 vor Ch. hatten sich die Kelten überall in Europa (auf der Karte leicht grün) ausgedehnt und sogar soweit wie die Gegend der heutigen Türkei wo die Galaten heimisch waren. Die Galaten waren auch ein keltisches Volk, denen der Apostel Paulus bekanntlich einen Brief an die Galaten geschriebe hat (laut Bibel).

Die Teile der Karte, die in braun gezeichnet sind, zeigen uns wo die keltische Kultur und Sprache  heutzutage  noch lebendig ist oder sogar eine neue Blütezeit erlebt.

Diese Karte zeigt uns auch, dass die Urbevölkerungen des grössten Teiles Europas Kelten waren. Leider schafften es die Kelten nie eine politische und militärische Einheit zu bilden, obwohl es die Gallischen Kelten versuchten, aber es war zu spät - die Römer waren schon ein Reich geworden. Die Kelten waren nie eine Nation. Sie waren sehr viele Völker und besonders Stämme, die ähnliche Sprachen und ähnliche Bräuche hatten. Im Gegensatz zu den Römern, hatten sie keine ökonomische, militärische und politische  einheitliche Organisation : sie waren grosse Individualisten ! Man versteht, dass sie von der Römischen zentralisierten und hochorganisierten Militärmacht besiegt wurden und als Kultur praktisch ausgerottet.  Das heist aber lange nicht, dass die Kelten den Römern unterlegen waren ... sie hatten eben ein total verschiedenes Konzept von Gesellschaft und Leben !

Nun zur Mistel !

Botanische Eingenschaften
Die Mistel ist eine parasitische Pflanze, die auf verschiedenen Bäumen wächst, aber selten auf Eichen und Tannen, darum wurde Eichen-und Tannenmistel in Urzeiten als besonders magisch  betrachtet. Es kann vorkommen, dass die Mistel als selbständiger Baum wächst, aber sehr selten.

Medizinische Eigenschaften
Im Mittelalter war die Mistel  für verschiedene Zwecke als Heilmittel gebraucht. Die moderne Natur- und anthroposophische Medizin hat die Eigenschften der Mistel auch wiederentdeckt. Sie ist in Behandlungen gegen Blutdruck, Arteriosklerosis und Krebs eingesetzt.

Tradition und Legenden
Laut einer der vielen Legenden über die Mistel, bestand das Kreuz von Jesus Christus aus Mistelholz. Der Mistelbaum war davon so entsetzt, dass er nicht mehr als Baum wachsen wollte und nur noch auf anderen Bäumen weiterlebte und dafür aber ein Glücksbringer wurde.

Die Druiden betrachteten die Mistel als eine heilige Pflanze und glaubten, dass sie allerlei magische Eigenschaften hatte.  Sie war eine Heilpflanze, insbesonders gegen Gift, sie begünstigte die Fruchtbarkeit der Frauen und schützte gegen die Hexen und schlechten Geister und war besonders ein Symbol für Frieden. In Keltischen Sprachen ist die Mistel "alles heiler" genannt (Uchelwydd).

Die Mistel wächst nur selten auf Eichenbäume. Darum schätzten die Druiden die Eichenmistel am meisten.

Die Kelten schrieben nicht. Ihre Kultur und ihr Wissen wurde von den Druiden mündlich weitergeleitet. Demzufolge,  was wir von ihnen wissen, stammt meistens von den Römern, was natürlich ein Problem darstellt, denn die konnten schreiben was sie wollten. Meistens, zeigten sie wie grossartig sie selbst waren, und wie barbarisch alle anderen waren.

Im 1. Jarhundert (geb. 23 nach Ch.) lebte ein römischer Bürger namens Gaius Plinius Secundus, besser bekannt als Plinius der Ältere. Er arbeitete sehr hart als Historiker, Chronist, Naturwissenschaftler, reiste überall im römischen Reich herum und schrieb eine monumentale Enzyklopedia, wovon viel bis zu uns überlebt habt.

Er beschreibt, dass die Druiden, in weissen Gewänder bekleidet, die Mistel in der 6. Nacht des wachsendes Mondes mit einer goldenen Sichel abschneideten. Andere Druiden standen am Boden und sammelten die Mistel die herunterviel  auf einem weissen Tuch, da sie nicht auf den Boden fallen durfte.

Julius Caesar hat auch viel über die Kelten geschrieben, besonders in seinem Bestseller "Die Gallischen Kriege" und, obwohl seine Objektivität  von vielen (Historikern) in Frage gestellt ist, beschreibt er auch ein ähnliches Szenario.

Moderne Historiker sind etwas skeptisch. Schon einmal meinen viele, dass eine Sichel für den Zweck nicht geeignet ist. Zudem denken die heutigen Spezialisten  auch, dass Gold (besonders zu diesen Zeiten) nicht stark genug ist um die dicken Misteläste zu schneiden.

So gross war die Prestige der Mistel, dass sie die Transition von den heidischen Druiden in die christliche Zeit schaffte. Im Mittelalter  hängte man weiter Misteläste über die Türen und an die Decken um sich von Hexen und schlechten Geister zu bewahren. Zusammen mit dem Vierblattklee und dem Hufeisen wurde die Mistel als ein grosser Glücksbringer betrachtet.

 

 

Der Zusammenhang zwischen der Mistel und der Europäischen Kulter ist älter als die Schrift. Hier das runische Zeichen für die Mistel. Es gab nur für sehr wichtige Sachen eine Rune.

Und noch zuletzt, wenn Ihnen jemand einen Ast Mistel schenkt oder wenn sie ihn kaufen dürfen Sie ihn auf keinen Fall in den Abfall schmeissen. Nur das nicht !  Am besten behalten Sie den Ast das ganze Jahr. Er wird Ihnen die ganze Zeit lang gutes Glück bringen. Die Blätter und die Beeren verdürren aber sie fallen nicht weg. Am Ende des Jahres müssen Sie die Mistel zurück in den Wald bringen und an einen Baum hängen.

 

jef 12.12.10

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