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Aber we chas nome so öpis geh we Schwytzertütsch ?
Übersetzung :

Aber wie kann es nur so etwas geben wie Schweizerdeutsch ?

Die Westschweizer brummeln ständig, weil die Eidgenossen jenseits des Röstigrabens  hartnäckig Schwitzertütsch sprechen wollen und man muss sie geradezu zwingen, damit sie sich die Mühe geben wenigstens Hochdeutsch zu sprechen. Es ist tatsächlich ein Problem  und man muss sie eben erziehen und ihnen erklären, dass man von den Romands nicht erwarten kann, dass sie Schweizerdeutsch lernen, wo es schon schwierig genug ist Deutsch zu lernen.

Ist Schweizerdeutsch eine Sprache ? ein Dialekt ?

Es ist eine Variante der Deutschen Sprache, die in den Berggebieten von Zentraleuropa entstanden ist. Da gibt es nicht nur die Schweizer, sondern auch die Österreicher, die Tyroler, die Bayern.

Die Basler, die Berner, die Zürcher, besonders die Eidgenossen der Innerschweiz, sprechen Schweizerdeutsch ein wenig verschieden aber es besteht trotzdem eine gewisse Einheit. Die Sprache der Österreicher ist sehr markiert; in der Deutschen Region von Bayern sprechen die lokalen Einwohner Bayerisch.

Diese regionalen Sprachen nennt man Dialekte, weil sie nicht geschrieben werden. Aber das ist alles sehr subjektiv. Nehmen wir einmal Holländisch und Appenzeller-Deutsch. Beide sind Abzweigungen der Germanischen Grund- Sprache. Beide tönen nicht sehr schön. Holländisch ist jedoch die "Sprache" eines Landes mit einer politischen, historischen und kulturellen Vergangenheit. Man schreibt sie.  Appenzeller-Deutsch ist eben nur die "Sprache" einer sehr kleinen Berg-Gegend mit wenigen Einwohnern, die zur Zeit von Rembrandt warscheinlich noch ziemlich primitiv lebten.

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Wie sind diese regionalen Sprachen entstanden ?

Wie kommt es, dass es so viele verschiedene Redensarten  gibt,  besonders auf Deutsch, vielleicht etwas weniger in den anderen europäischen Sprachen wie Englisch oder besonders Französisch. Italienisch jedoch ist auch wieder eine europäische Sprache, in der es sehr grosse regionale Unterschiede gibt.

Um dieses Phänomen zu erklären, müssen wir einen Sprung in die Urgeschichte Europas machen und ebenfalls die Geographie des europäischen Kontinents und die politische historische Vergangenheit betrachten.

Die Herkunft aller europäischen Sprachen

Es ist von den Sprachhistorikern festgestellt worden, dass alle europäischen Sprachen von der selben Ursprache abstammen, d.h. von der Sprache der Indo-Europäer, die Urahnen von uns allen Europäern.

Es ist ebenfalls  archäologisch festgestellt worden, dass diese Indo-Europäer von irgendwoher in den russischen  Steppen beim Kaspischen Meer ungefähr 5'000 / 4'000 vor Ch.  Richtung Indien und Europa anfingen auszuwandern (darum sagt man Indo-Europäer).  Ihre neolitische Kultur war ganz deutlich fortgeschrittener als die neolitischen Kulturen, die zu dieser Zeit in Europa existierten. Sie hatten viel perfektioniertere Waffen und sie hatten das Pferd gezähmt, das ihnen einen grossen Vorteil gab und die Möglichkeit mobil zu sein.  Über eine Zeitspanne von 2000 bis 3000 Jahren ersetzten Sie in Indien und überall in Europa die lokalen Sprachen und Gesellschaftliche Organisation.

In Indien ist aus ihrer Sprache Sanskrit entstanden. Man nimmt an, dass Sanskrit die Sprache ist, die der Indo-Europäischen Ursprache am nächsten ist, weil sie  auch die älteste der Gruppe ist und die erste Indo-Europäische Sprache die geschrieben wurde lange vor dem Griechischen.

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In Europa sind die Indo-Europäer (historisch auch Volk des Kriegbeils genannt) in alle Richtungen  gewandert. Ein Teil  davon ist im Osten stecken geblieben; andere sind nordwärts gewandert, andere in den Süden oder Südwesten. Ihre Indo-Europäische Sprache hat sich mit den lokalen Sprachen vermischt aber ist überall  dominant geworden, den die grammatische fundamentalische Struktur der europäischen Sprachen und der indischen Urprache Sanskrit ist weitgehend vergleichbar.  Leider weiss man nicht, was die Menschen der neolitischen Urkulturen vor der Indo-Europäischen Eroberung  in Europa sprachen. Vielleicht ist Baskisch das einzige Beispiel einer europäischen Urkultur. Baskisch ist eine Ausnahme in Europa, denn es ist nicht eine Indo-Europäische Sprache.

Jeder Kontakt zwischen den ausgewanderten Gruppen ging verloren. Diejenigen, die um -3000 in Skandinavien lebten, wussten nichts von denen, die südwärts gegen das Mittelmeer gezogen waren.

Im Norden hat sich der germanische Stamm,  im Süden der griechische, der lateinische, in Zentral-Europa der keltische und im Osten der slavonische Stamm entwickelt. Sogar Romani, die Sprache der Zigeuner,  ist auch von Indo-Europäischer Abstammung. Aber auch Alt-Iranianisch und eine Menge Sprachen, die es überhaupt nicht mehr gibt.

Die Indo-Europäische Ausdehnung (Orange und Rosa)

 

 

 

 

 

 

 

Die untenstehende Aufstellung, die leider unvollständig ist, gibt von diesen lexikalen Verbindungen eine kleine Idee.

English Lateinisch Keltisch  Germanisch Griechisch Sanskrit

Mother

Mater

Mathir

Mothar

 

Matar

Father

Pater

Athir

Fadar

Pater

Pita

Brother

Frater

Brathair

Brothar

Phrater

Pitar

Star

Stella

 

Stern

Aster

Tara

Hound Canis Con Hunt Kunos Shunas

Bear

Fero

 

Baira

Phero

Bharami

Fire

Focus

 

Feuer

 

 

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Rex

Ri

Ritter

 

Raja

 alt English

 

 

alt Germanish

 

 

Eom (am) Eart (are) ist (is)    Sindon  Sindon  sindon 

Sum
es
ist
sumus
estis
sunt

 

Im (bin)
Is   (bist)
Est  (ist)
Sijum (sind)
sijup (seid)
sint (sind)

eimi
ei
esti
esmen
este
eisi

asmi
asi
asti
smas
stha
santi


Was hat denn das alles bloss mit Schwitzertütsch zu tun ?

Germanische Dialekte sind durch den gleichen Prozess entstanden wie die Europäischen Kulturesprachen, die sich von der indo-europäischen Ursprache abzweigten :  d.h. totale Abwesenheit von Kontakten zwischen den verschiedenen Gruppen.

In den Berggebieten von Zentral-Europa hatten sich die germanischen Stämme um zka 1000 vor Chr. verbreitet. Der Kontakt zwischen einem Alpental oder einer Bergregion und den anderen war sehr gering. Nur einige H!andler und Banditen reisten übers Land. Zudem gab es in Zentral-Europa  keine starke zentrale politische Einheit oder überhaupt keine einheitliche politische Staatsorganisation.

So über eine Zeitspanne von mehreren hunderten von Jahren hat die Art zu sprechen und die Aussprache unterschiedlich von einer Region zur anderen evoluiert. Darum sprechen die Österreicher, die Norddeutschen, und die Einwohner der verschiedenen Alpentäler der Schweiz die gleiche germanische Sprache auf sehr verschiedene Weisen.

Das Gleiche beobachtet man mit der italienischen Sprache, die in den Tessiner Alpen gesprochen wird.  Die Art, wie die Bergtessiner italienisch sprechen  ist so verschieden von Dantes Sprache wie Schwytzertütsch von Goethes Sprache – d.h. einige Lichtjahre entfernt. Diese Bergtessiner haben jahrhunderte lang ohne Kontakt mit der Aussenwelt in Ihren Tessiner Alpentälern gelebt und die italienische Sprache, die sie von Italien mitgenommen hatten, evoluierte, vielleicht im Kontakt mit den Sprachen der Ureinwohner und dann einfach aus Gründen der natürlichen Entwicklung, die in diesem Fall in einem sehr kleinen abgeschlossenen Gebiet vorkommt.

Andererseits beobachtet man, dass in einem Land wie Frankreich keine Dialekte existieren. Die Südfranzosen  haben wohl  einen starken regionalen Akzent aber es ist immer Französisch. Dies erklärt sich dadurch, das es in Frankreich weniger vorkam, dass Leute in isolierten Gebieten lebten, wo geographische Hindernisse wie die Alpen den Kontakt verhindertent. Zudem, und das ist auch ein sehr wichtiger Punkt, hat Frankreich sehr früh in der modernen Geschichte eine stark zentralisierte Regierung gehabt.

Besondere geographische  Hindernsse, die den Kontakt, den Austausch und das Gemisch zwischen den Gruppen verhinderten und eine politische Situation,  wo es keine einheitliche, starke zentrale Regierung gab, sind  also der Grund, warum Dialekte, d.h. Abzweigungen einer Grundsprache, entstanden sind.

 
 

 
 


Jetzt haben wir es! Hätte es die Alpen nicht gegeben, gäbe es kein Schwytzertütsch ! Endlich haben wir den Schuldigen, warum es so schwierig ist mit den Deutschschweizern zu kommunizieren!!!

 
 


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Mise à jour : jef 12.12.10